Royce ist im D-Book der Anker für phasenorientierte Softwareentwicklung. In E4 brauchen Lernende eine Sprache für Projektphasen: Anforderungen klären, Entwurf planen, Produkt umsetzen, testen, dokumentieren und präsentieren. Diese Ordnung ist hilfreich, weil sie komplexe Arbeit gliedert.
Gleichzeitig ist gerade Royce wichtig, um ein Missverständnis zu vermeiden. Das Wasserfallmodell darf nicht als einfache Wahrheit gelesen werden: erst vollständig planen, dann vollständig umsetzen, dann ganz am Ende testen. Softwareentwicklung ist dafür zu unsicher. Fehler in Anforderungen oder Entwurf werden teuer, wenn sie erst spät auffallen.
Für E4 ist deshalb die kritische Funktion entscheidend. Phasenmodelle geben Struktur, aber sie ersetzen keine Rückkopplung. Eine Projektgruppe kann nicht sinnvoll bis zum Ende warten, um ihr Produkt zu testen oder zu zeigen. Sie braucht frühe Zwischenstände, Reviews und Korrekturen.
Damit bildet Royce die Kontrastfolie zu Scrum und agiler Projektarbeit. Scrum sagt nicht: Planung ist unwichtig. Es sagt: Planung muss mit kurzen Lernschleifen verbunden werden. Genau diese hybride Sicht trägt die E4-Seite.
Im D-Book steht Royce daher nicht für starre Linearität, sondern für die Einsicht, dass Softwareentwicklung geordnet und zugleich rückkopplungsfähig sein muss.



