Der Shor-Algorithmus steht im D-Book für die Grenze klassischer Public-Key-Sicherheit. RSA beruht im Schulmodell darauf, dass das Faktorisieren großer Zahlen praktisch schwer ist. Diffie-Hellman und viele verwandte Verfahren beruhen auf diskreten Logarithmen oder ähnlichen mathematischen Einwegproblemen. Shor zeigt, dass diese Schwierigkeit nicht unabhängig vom Rechnermodell ist.
Für E5 ist diese Einsicht zentral. Sicherheit ist nicht absolut, sondern hängt an Annahmen über Angreifer, Rechenmodelle und Aufwand. Was für klassische Computer unpraktikabel erscheint, kann durch ein anderes physikalisches Rechenmodell neu bewertet werden. Damit wird Kryptologie dynamisch: Verfahren, die heute tragfähig sind, können durch technische Entwicklungen migrationsbedürftig werden.
Didaktisch muss der Shor-Algorithmus nicht vollständig quantenmechanisch erklärt werden. Entscheidend ist die Strukturwirkung: Ein Quantenalgorithmus kann Faktorisierung und diskrete Logarithmen effizienter machen. Dadurch geraten RSA und klassische Public-Key-Verfahren langfristig unter Druck.
Shor verbindet E5 auch mit der Frage nach Standardisierung. Wenn bekannte Verfahren gefährdet werden könnten, braucht digitale Infrastruktur neue Verfahren, die gegen Quantenangriffe robust sein sollen. Genau hier schließen die NIST-Post-Quantum-Standards an.
Im D-Book ist Shor deshalb der Bruchstellenartikel: Er erklärt, warum Post-Quantum-Kryptographie nicht modischer Ausblick, sondern eine Konsequenz aus veränderten Angreifermodellen ist.


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