Shannon steht im D-Book für die theoretische Tiefenschicht der Kryptologie. Caesar, Vigenère und Enigma zeigen zunächst Verfahren. Shannon verschiebt den Blick auf Information selbst. Eine Nachricht trägt Information, weil sie Unsicherheit reduziert. Diese Unsicherheit kann mathematisch beschrieben werden.
Für E5 ist daran besonders wichtig, dass natürliche Sprache Redundanz besitzt. Genau diese Redundanz nutzen Angriffe wie Häufigkeitsanalyse. Ein völlig zufälliger Text verhält sich anders als ein deutscher oder englischer Satz. Kryptologie muss deshalb nicht nur Zeichen verschieben, sondern Informationsmuster verbergen.
Shannons Kommunikationsmodell mit Quelle, Nachricht, Kanal und Empfänger hilft außerdem, Verschlüsselung als Teil einer Übertragungssituation zu lesen. Eine Nachricht wird erzeugt, kodiert, übertragen, empfangen und rekonstruiert. Störungen, Angriffe und Unsicherheit gehören zur Modellierung.
Didaktisch ist die vollständige Mathematik der Entropie nicht der E5-Kern. Wichtig ist die Idee: Information ist nicht bloß Bedeutung im Alltagssinn, sondern kann über Unsicherheit, Auswahlmöglichkeiten und Verteilung gefasst werden.
Im D-Book bereitet Shannon 1948 den Artikel zu Geheimhaltungssystemen vor. Erst wird Information modellierbar, dann wird Geheimhaltung informationstheoretisch bewertbar.




