PGP steht im D-Book für den Moment, in dem moderne Kryptographie für einzelne Nutzerinnen und Nutzer greifbar wird. Public-Key-Kryptographie ist zunächst eine konzeptionelle und mathematische Revolution. PGP macht diese Ideen praktisch: Nachrichten können verschlüsselt, signiert und überprüft werden.
Für E5 ist daran besonders wichtig, dass PGP hybride Kryptographie nutzt. Asymmetrische Verfahren helfen bei Schlüssel- und Identitätsfragen, während die eigentlichen Daten effizient symmetrisch verschlüsselt werden können. Dadurch werden mehrere E5-Schichten zusammengeführt: symmetrische Verfahren, Public-Key, Signatur, Vertrauen und praktische Kommunikation.
PGP ist zugleich politisch. Phil Zimmermann veröffentlichte PGP im Kontext von Datenschutz, Bürgerrechten und Sorge vor staatlicher Einschränkung starker Kryptographie. Die Verbreitung über das Internet führte zu Exportkontrollkonflikten. Damit wird PGP zu einem Kernbeispiel der Crypto Wars.
Didaktisch ist PGP stark, weil es zeigt, dass Kryptographie nicht nur abstrakte Mathematik ist. Sie betrifft E-Mails, Dateien, Identität, Vertrauen und persönliche Freiheit. Gleichzeitig zeigt PGP auch Grenzen: Schlüsselverwaltung und Bedienbarkeit bleiben schwierig.
Im D-Book ist PGP deshalb der Bürgerrechts- und Praxisanker moderner Verschlüsselung.


