Moore steht im D-Book für den Übergang von Graphabstraktion zu Graphalgorithmik. Euler zeigt, wie ein konkretes Problem als Graph modelliert wird. Moore beziehungsweise BFS zeigt, wie ein solcher Graph systematisch durchsucht werden kann.
Die Grundidee der Breitensuche ist einfach und stark: Von einem Startknoten aus werden zuerst alle direkt erreichbaren Nachbarn betrachtet. Danach folgen Knoten in der nächsten Entfernungsebene. Eine Queue hält fest, welche Knoten als Nächstes untersucht werden. Eine Markierung verhindert, dass Knoten mehrfach verarbeitet werden. Eine Vorgängerliste kann rekonstruieren, über welchen Weg ein Knoten erreicht wurde.
Für Q1.5 ist BFS deshalb besonders geeignet. Es verbindet Graphmodell, Algorithmus, Datenstruktur und Anwendung. Der Graph kann als Adjazenzliste oder Adjazenzmatrix vorliegen. Die Queue stammt aus Q1.4. Der Algorithmus aus Q1.2 wird nun auf eine vernetzte Struktur angewendet. Die Traversierung zeigt, wie sich aus lokaler Nachbarschaft globale Erreichbarkeit ergibt.
Didaktisch ist besonders wichtig: BFS findet in ungewichteten Graphen kürzeste Wege nach Kantenzahl. Das liegt an der Ebenenstruktur. Knoten in Ebene 2 werden erst betrachtet, nachdem alle Knoten in Ebene 1 entdeckt wurden. Dadurch ist die erste Entdeckung eines Knotens zugleich ein kürzester Weg nach Anzahl der Kanten.
Im D-Book ist Moore/BFS damit der operative Hauptanker der Q1.5-Seite: Graphen werden nicht nur gezeichnet, sondern durchsucht.



