FORTRAN ist eine zentrale Station in der Geschichte höherer Programmiersprachen. Die Sprache entsteht aus dem Bedarf, wissenschaftlich-technische Berechnungen nicht dauerhaft in maschinennaher Form formulieren zu müssen. Programmierende sollen mathematische Formeln, Rechenverfahren und Datenverarbeitung problemnäher ausdrücken können. Der Compiler übernimmt die Übersetzung in eine ausführbare Maschinenform.
Der entscheidende Schritt liegt in der Abstraktion. Eine höhere Programmiersprache versteckt nicht jede technische Einzelheit der Maschine, aber sie schafft eine Sprachebene, auf der Menschen strukturierter arbeiten können. Variablen, Ausdrücke, Operatoren, Zuweisungen, Schleifen und Unterprogramme werden zu Sprachmitteln, mit denen Rechenprozesse präzise beschrieben werden. Damit wird Programmierung lesbarer, produktiver und besser wartbar als unmittelbare Maschinencodierung.
FORTRAN zeigt besonders deutlich, dass Programmiersprachen auf Einsatzfelder antworten. Die Sprache ist stark mit wissenschaftlicher und technischer Berechnung verbunden. Sie eignet sich für Formeln, numerische Verfahren und wiederholte Rechenabläufe. Dadurch wird sichtbar, dass eine Programmiersprache nicht nur neutrale Syntax ist. Sie bietet bestimmte Ausdrucksmittel an und macht bestimmte Denkweisen leichter als andere.
Für die E3-Lineage ist FORTRAN die Hochsprachen-Schicht zwischen Compileridee und moderner Unterrichtsprogrammierung. Hopper und Compiler erklären, dass Quelltext übersetzt werden kann. FORTRAN zeigt, warum sich dieser Aufwand lohnt: Menschen können Programme näher an fachlichen Problemen formulieren. Spätere Sprachen wie Java übernehmen andere Schwerpunkte, insbesondere Objektorientierung und Laufzeitumgebung, bleiben aber Teil derselben Grundbewegung: Quelltext beschreibt ein Problem auf einer abstrahierten Sprachebene.
Didaktisch ist FORTRAN für E3 deshalb nicht als Unterrichtssprache selbst zentral, sondern als Tiefenschicht. Wenn Lernende in Java Variablen, Ausdrücke, Operatoren, Bedingungen oder Schleifen verwenden, arbeiten sie mit Konzepten, die höhere Programmiersprachen grundsätzlich auszeichnen. Die Sprache ist formal und streng, aber nicht maschinennah im unmittelbaren Sinn. Sie vermittelt zwischen menschlicher Problemformulierung und maschineller Ausführung.






